Bikepacking Planung

Die Wunschliste meiner Sehnsuchtziele ist schier endlos. Es gibt so vieles zu endecken! Als Frau kann ich nicht in jedem Land dieser Welt solo sicher reisen - das ist fast das einzige, dass mich in meinem Fernweh einschränkt. Zum Glück haben Europa, USA, Kanada, Australien und Neuseeland und einige andere Staaten unendlich viel zu bieten.

 

Das Planen der nächsten Reise macht mir fast so viel Freude, wie die Touren selbst. Hätte ich doch nur mehr Zeit ...

 

Zum Start eines neuen "Projektes" sind für mich neben den selbstverständlichen Fragen wie Ziel und Dauer folgende Dinge zu klären oder entscheiden:

  • Hin- und Rückreise
  • Klimatische Bedingungen
  • feste Unterkünfte, Camping oder Mix
  • solo oder begleitet
  • Klärung alltäglicher Dinge, wie einkaufen, bezahlen, verständigen

Vieles gestaltet sich von Land zu Land sehr unterschiedlich, daher sind allgemeine Tipps kaum möglich. Besonders herausfordernd gestaltet sich oft die Klärung der Hin- und Rückreise.  Die Recherche "wie wohin kommen" ist oft ernüchternd. Bahnen sind in vielen Ländern Europas nicht wirklich auf Radreisende eingestellt. Einen groben Überblick gibt das Bike Magazin. Beim Fliegen ist die Herausforderung auf der Rückreise am Flughafen einen Fahrradkarton oder Pappe und Folie parat zu haben. Logistisch erfordert das einiges an Organisationstalent. Ich fahre daher recht gerne mit dem Schiff in mein Zielgebiet. Für mich vergleichsweise einfach, da ich an der Küste wohne und die Nordseehäfen gut erreichbar sind.

Streckenplanung

Das am weitest verbreitete Planungstool für die Streckenplanung ist zur Zeit Komoot. Ich nutze es in der Premiumversion, die die Planung von Mehrtagestouren mit Vorschlägen für Unterkünfte am Zielort bietet.

 

Vorab schaue ich mir gerne die Collectionen anderer Nutzer an. Dort sind oft viele tolle Routen detailliert und aufwendig beschrieben. Die Suchfunktion von Komoot ist dabei sehr hilfreich. Mittlerweile gibt es einen separaten Bereich für Bikepacker.

 

Eine zusätzliche klassische Karte in Papier kann für die Planung längerer Reisen am PC noch immer sehr hilfreich sein, da unter Umständen die Klassifizierung der Strassen besser erkennbar ist. Zur Tour nehme ich die Karten nicht mit.

 

Unterwegs kann ich per Handy in die Streckenplanung von Komoot eingreifen und sie anpassen. Besser geht´s allerdings am Tablet.

 

Auf meinem Garmin 1030 ist Komoot als IQ-App installiert. Klappt hervorragend, solange das Garmin bei Abfahrt am WLAN hängt oder das gekoppelte Handy ein Netz hat ... ;-)

 

Sehr ausführliche Infos zum Umgang mit Komoot, verschiedener Hardware und möglichen Alternativen findest Du beim GPSRadler.

 

Tipp

 

Die Länge der Tagesstrecken plane ich eher zurückhaltend. Tagesetappen mit Netto-Fahrzeiten von 5 bis 6 Stunden passen für mich. Kilometerangaben sind schwierig: Im Mittel werden sie mit dem Reisegravel bei 80 bis 100 km liegen, mit dem schnellen Gravel und sehr leichtem Gepäck aber auch weit darüber.

So erhalte ich mir die Option spontan einen Bogen extra zu fahren, eine Wanderung zu machen, mich mit Menschen zu unterhalten oder was auch immer es spontan zu entdecken gibt, zu entdecken. Ich möchte das Land in dem ich reise nicht im Renntempo durchfahren, sondern eher touristisch.


Unterkunft

Nur bei sehr kurzen Touren reserviere ich gelegentlich die Unterkünfte im Voraus. Je länger ich unterwegs bin, umso eher kann es passieren, dass ich vom Tourplan abweiche - gewollt oder ungewollt. Da wäre ein strenger Etappenplan mit vorgebuchten Unterkünften ein echter Stressfaktor.

 

Was wäre die Recherche nach Unterkünften ohne das Internet?! Ich suche und finde meine Unterkünfte in der Regel hier:

Meine ultraleichte Campingausstattung findest du HIER

Tipp

 

Ich schlage auf die Nettoetappen rund 10 bis 15% an zusätzlichen Tagen auf, so dass ich besonders bei vorgebuchten Rücktransporten per Bahn, Flieger oder Fähre immer etwas Luft für Unvorhergesehenes habe. Außerdem sind Ruhetage auch mal ganz schön :-)


Der Baukasten für leckere Bikepacking Rezepte

Zuhause vorbereiten, unterwegs genießen

Unterwegs genieße ich gerne die lokale Küche. Als eiserne Reserve und um autark zu sein, bereite ich einige Hauptmahlzeiten vor meinen Reisen selbst zu. "Fertigfutter" mag ich einfach nicht - ich empfinde es oft als überwürzt. Die Zutatenliste dieser Produkte im Kleingedruckten  schreckt mich meistens eher ab.

 

Couscous, Kartoffelpüreepulver,  oder chinesische Instantnudeln sorgen für die nötigen Kohlenhydrate. Aufgepeppt  mit gefriergetrocknetem Gemüse oder als süße Variante mit Trockenobst mit diversen Gewürzen aus der arabischen oder asiatischen Küche ist es lange haltbar und bietet viel Abwechslung in der Geschmackswelt.

 

Unterwegs muss ich diese Mahlzeiten nur mit heißen Wasser aufgießen und ein paar Minuten ziehen lassen. Meistens habe ich eine kleine Kunstoffflasche Olivenöl dabei und gieße der Mahlzeit ein paar Löffel zu: Das erhöht den Kaloriengehalt und es macht anhaltend satt - gut nach einen langen Tag auf dem Rad. Wenn möglich kommt etwas frisches Gemüse dazu. Gemüse und Obst kann man fast überall einkaufen.

 


Baukasten getrockner/gedörrter Zutaten
Kohlenhydrate Gewürze/Kräuter Gemüse/Obst Sonstiges
Bio - Couscous
ital. Kräutermischung, Petersilie, Minze, ... gertr. Bio - Suppengemüse
Tomatenpulver (und davon gaaanz viel :-)
Bio Kartoffelpürree Zimt (& Zucker)
getr. Biotomaten Parmesan
Instant Bio- Hartweizennudeln
Koriander, Ingwer, Kreuzkümmel, Kurkuma, Anis

getr. Bio - Paprika, Zuccini, Brokkoli, Möhren, ...

(Röst-) Zwiebeln

Müsli Knoblauch
getr. Pilze Bio - Milchpulver
  WOK-Mischung getr. Oliven Veggiehack
  Gemüsebrühe Trockenbeeren /-obst Nüsse

Meine Faustregel: pro Mahlzeit circa 200 Gramm Fertignahrung, davon circa 100 Gramm Couscous, Nudeln oder Kartoffelpürreepulver. Soweit möglich kaufe ich alles in Bioqualität. Die Mahlzeiten werden vor der Tour in 1 Liter Zipptüten zusammengestellt oder sogar im Vakummierer noch auf minimalstes Packmaß zusammengeschrumpft.

Für ein bißchen Abwechselung versuche ich verschiedenste Geschmacksrichtungen aus den getrockneten Zutaten zu realisieren:

  • Asia: Woknudeln + viel Gemüse + Wokgewürz oder Korinander + Ingwer; ist mit viel Wasser auch als Suppe lecker

  • deftig: Kartoffelpürree + Pilze + Röstzwiebeln + Petersilie + Gemüsebrühe + ggfs. Milchpulver

  • mediterran: Instandnudeln + Tomatenpulver + getrock. Tomaten + Gemüse + Zwiebeln + ital. Kräuter + Parmesan

  • süß: Couscous + Zimt & Zucker + Trockenobst /-beeren + Nüsse

Vor Ort dann nur mit heißem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen (bei einigen getrockneten Gemüsesorten auch mehr) und ein guter Schuß Öl oder Butter dazu - viola!

Tipp 1

 

Wer keine Lust auf soviele Zutaten hat, nimmt einfach Tütensuppen als fertige "Gewürzmischung". Tomatensuppen für Nudelgerichte oder Pilzsuppe für Kartoffelpürree eignen sich sehr gut für die  schnelle Zubereitung.

 

Tipp 2

 

Die Gerichte sind auch für´s Büro eine gute Alternative zu mancher Kantine oder dem täglichem Gang zum Bäcker.